Von 42 weiter zu 137

‚42‘ war für mich lange Zeit ein fixes Leitmotiv meines Denkens. Wie auch ich stellen sich die Menschen in dem Roman  Per Anhalter durch die Galaxis die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Und wie sie fand ich keine befriedigende Antwort darauf. Der Grund: Meine Fragen waren zu vage gestellt.

Als ich mit 65 meinen Motorradführerschein machte, wurde mir das wieder einmal sehr deutlich. Ich wusste zwar dank meiner Physikkenntnisse, wie ich am besten durch eine Kurve fahre. Doch warum fällt es mir dann so schwer, so auch zu fahren? Manche Dinge sind einfach verdammt kompliziert, was wahrscheinlich bedeutet, dass ich die Komplexität noch nicht kapiert habe. Ich dachte viel darüber nach.

Durch meine Beschäftigung mit Ch’an (Zen) hatte ich zwar einen Ahnung, wo das Problem lag, nämlich ihn meinen Denkstrukturen. Doch dann bekam ich zufälligerweise Hilfe von einer Seite, von der ich es überhaupt nicht erwartet hätte: Ich stolperte über die fundamentalen Fragen der Quantenphysik.

Die Beschäftigung mit diesen Themen baute mir eine Brücke zum Verständnis meiner Frage, wie der Geist in die Materie kommt. Das tut er nämlich nicht, denn Materie und Geist sind ein und dasselbe, nur nehme ich sie unterschiedlich wahr. Starker Tobak, das wollte erst einmal verstanden werden.

Doch die Physiker kamen dabei aber nicht auf ‚42‘, sondern auf ‚137‘. Eine Zahl, die in der Physik schon lange als Mysterium gilt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts postulieren sie, dass die eigentlich belanglos erscheinende Zahl 137 die Antworten auf das Universum in sich trägt.

Einerseits ist ‚137’ ein Mysterium, das bisher niemand erklären kann, andererseits funktioniert die Quantenphysik in vielen Anwendungen, die ich tag täglich verwende, vom CD-Spieler bis zum Navigationsgerät. Ich begriff, dass es in der Welt zwei Betrachtungsweisen gibt, die aber nicht miteinander kompatibel sind, auch wenn sie Eins sind.

Einen besseren Einstieg zur Beantwortung meiner Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ hätte ich mir nicht wünschen können. ‚137‘ hilft mir ganz klar zu akzeptieren, dass sich manche Sichtweisen zwar widersprechen, gleichwohl beide wahr sein können. Die wirklich spannende Frage aber bleibt:

Wie lässt sich das in ‚unserer‘ Welt leben?

Die Antwort darauf finden wir letztlich im Zusammenleben und in der individuellen Reflexion. Eine Firma ‚funktioniert‘ ja nicht anders als ein einzelner Mensch. Denn auch ich bin ja nicht ‚einer‘, auch wenn ich mich so erlebe, sondern ich bin der Zusammenschluss von Milliarden von individuellen Zellen, wo jede ‚ihr‘ Ding macht und doch alle ohne die Beziehung zu den anderen Zellen nichts sind – nur dass ich das nicht merke.

Sollte nicht jede Gruppe und jede Firma so funktionieren?