Das Leben ist nicht kompliziert

Sondern einfach nur komplex. Doch das muss ich wirklich verstehen und nicht nur darüber reden. Kompliziert war mein Leben für mich nur solange, solange ich den  Beobachter meines Erlebens, also mein „ich“, auch für den Manager meines Lebens hielt. Was aber nicht der Fall ist, das „Ich“ beobachtet eben nur.

Das Leben ist erst einmal, wie es eben ist. Doch das bedeutet nicht, dass ich es nicht gestalten könnte und auch würde! Wobei dieses „ich“ eben nur ein sprachliches „ich“ ist. Es ist eben ganz anders, als ich bisher immer dachte. Dieses „Ich“ schaut nur zu, sonst macht es nichts. Absolut nichts.

Alles nur eine Beschreibung?

Wenn „ich“ laufe, laufe nicht „ich“, sondern das „Ich“ beobachtet nur das Phänomen des Laufens. Ein wirkliches Problem ist, dass unsere Sprache einem mechanistischen Denken entspricht. Doch so langsam beginnen wir zu verstehen, dass das mechanische Denken der Wirklichkeit nicht gerecht wird und der Grund für viele der aktuellen Probleme ist.

Ich verfüge ja nicht über Bewusstheit, nur weil ich eine Vorstellung von diesem Begriff habe. Genau genommen beschreiben solche Begriffe nur Phänomene, die ich in Wahrheit überhaupt nicht erklären kann, wie sie im Detail funktionieren. Oder können Sie erklären, wie sie denken? Oder was Sie glauben? Ich denke sicher nicht! Das erfordert ein komplettes Umdenken von mir und das will gelernt sein. Aber es lohnt sich!

Ich kann das Leben planen, doch nicht, wie es läuft 

Natürlich kann ich mein Leben auch weiterhin planen, nur darf ich mich nicht wundern, wenn es ganz anders verläuft, als ich es geplant hatte. Auf ganz kurze Strecken wirkt es zwar planbar, etwa vom Wohnzimmer bis zur Küche, aber auf langen Strecken zeigt sich schnell, dass es ganz anders läuft. Es ist eben so, als wäre ich mit dem Moped im Gelände unterwegs und nicht auf der Straße. Und würde dabei stur gerade aus fahren wollen. Das funktioniert eben nicht.

Doch wie funktioniert es dann? Kürzlich bin ich über diesen Gedanken gestolpert: Ein bewusster Mensch entscheidet nicht – er sieht klar. Ich würde noch hinzufügen wollen: und tut, was zu tun ist. Wie heißt es doch im Ch´an? Mit Bewusstsein bleibt, was richtig ist und verbrennt, was falsch ist. Genau so ist es, jedenfalls ist das meine persönliche Erfahrung.

Wie komme ich da raus?

Was also tun, um in komplexes Denken einzusteigen – und aus der Konvention auszusteigen? Da ist erst einmal die Frage, wovon ich ausgehen kann und auch ausgehen muss, was ich also nicht ignorieren darf, will ich denn im Einklang mit der Welt leben. Dabei gilt es nur, zwei Dinge konsequent und diszipliniert zu beachten, nämlich Konsequenz und Disziplin. Dann wird aus explizitem implizites Wissen.

Nur darf ich nicht übersehen, mir vorher auch explizites Wissen zu eigen gemacht zu haben, genauso wenig wie ich nicht übersehen darf, dass Wissen alleine nicht genügt, es muss auch zu implizitem Wissen werden, denn nur dann löst sich mein Denken in Begriffen endlich auf. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Die Brücke zwischen explizit und implizit ist die Verifikation. Die muss sein, sonst wird es nichts.

Konsequente Umsetzung – das hat was!

Halte ich mich dann noch an diese Regeln (mit Konsequenz und Disziplin, siehe oben), dann steht meinem eigenen Umgang mit Komplexität nichts mehr im Weg:

Grundsätzlich:

Beständig
Klar
Fokussiert
Konsequent

Verhalten:

Sichtbar
Total
Reflektiv
Einfach

Intellektuell:

Offen
Wertfrei
Reflektiv
Wissbegierig