Der Raum meines Bewusstsein

Mein Verständnis von der Welt definiert den Bewusstseinsraum, in dem ich mich bewege.

Als ich heute unterwegs die aufgehende Sonne zwangsweise bewusst registrierte, weil ich total geblendet war, stellte sich mir die Frage, was denn nun wirklich ist: Geht die Sonne jetzt auf oder scheint sie immer gleich, nur dass ich mich auf und mit der Erde um den Erdmittelpunkt herum drehe und deswegen die Sonne aus der entsprechenden Perspektive wahrnehme?

Diese Frage definiert ganz klar den Bewusstseinsraum, über den wiederum ich selbst mich definiere. Dabei ist die Frage weniger, wo ich mich tatsächlich positioniere, sondern mit welchem Raum ich mich identifiziere. Bezogen auf den Raum meines Bewusstseins stellt sich also die Frage, ob ich ich mit dem Raum meines Erlebens und meines Denkens oder mit dem Raum meines Geistes identifiziert bin.

Meine Gedanken kann ich sehr klar wahrnehmen, nicht aber mein Denken und erst recht nicht den Geist. Da fange ich auch schon an zu stolpern, denn ist es mein oder vielmehr der Geist? Denke ich beispielsweise an einen Flow, dann tendiere ich dazu zu sagen, dass es der Geist ist, nicht meiner. Es ist wie bei der Sonne. Ich definiere das Bezugssystem, in dem ich mich gedanklich bewege.

Es macht einen Unterschied, ob ich meinen Bewusstseinsraum auf das begrenze, worüber ich nachdenke, also auf das, was ich denke oder auf das Denken an sich – oder aber auf den Geist. Natürlich bewege ich mich immer in ein und demselben Bezugssystem, doch wenn ich eine, zwei oder noch mehr Dimension weniger an Bewegungsmöglichkeit zu haben glaube, dann werde ich mich entsprechend reduziert verhalten, auch wenn ich mich geistig ganz anders bewegen könnte.

Mit dem von mir selbst definierten Bewusstseinsraum ändert sich auch meine Wahrnehmung und damit mein Erleben. Und nicht nur das, auch meine tatsächliches Verhalten ändert sich entsprechend. Aber es geht noch weiter. Heute saß ich in einem Café und beobachtete die Menschen, die auf dem angrenzenden Parkplatz parkten.

Es war spannend zu sehen, wie der jeweilige Autotyp scheinbar mitdefinierte, wie jemand parkt und sich verhielt. Wobei die Autos dabei natürlich vollkommen unschuldig waren, es war das Verhalten der Menschen, die sich teilweise oder auch ganz offensichtlich über ihren Besitz definierten. Spannend.

Was mich wieder zu dem Thema Propriozeption bringt, das mich seit geraumer Zeit beschäftigt. Je bewusster ich meiner selbst bin, eben nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der emotionalen und gedanklichen Ebene, desto weiter kann der mir zur Verfügung stehende Bewusstseinsraum werden.