Dialog und Aikidō

Die beiden könnten glatt Geschwister sein! Beide Systeme, so unterschiedlich sie in ihrem „Einsatzgebiet“ auf den ersten Blick auch scheinen mögen, so ähnlich sind sie sich doch in der gedanklichen Haltung und dem dahinterliegende Selbst- und Weltverständnis.

Der Begründer des Aikidō, Ueshiba Morihei hat Aikidō als eine Synthese unterschiedlicher Budō-Disziplinen entwickelt. Ziel des Aikidōs ist es, einem Angriff dadurch zu begegnen, dass man die Angriffskraft leitet und es dem Gegner unmöglich macht, seinen Angriff fortzuführen.

Ein Dialog ist ein Gespräch oder im weiteren Sinne auch eine schriftlich zwischen zwei oder mehreren Personen geführte Rede und Gegenrede. Als bewusst eingesetztes Gestaltungsmittel wurde der Dialog zunächst von den Sophisten verwendet, um Erkenntnisse zu vermitteln oder Probleme im Sinne der klassischen Dialektik mit Thesen und Antithesen zu erörtern.

Was beide Methoden gemeinsam haben ist, dass sie nicht die Zurechtweisung des Gegenübers oder seiner Ansichten im Sinn haben, sondern sie respektieren ihn vielmehr – auch einen Gegner oder sogar Feind. Kein an irgendwelche Bedingungen geknüpften, sondern einen grundsätzlichen, bedingungslosen Respekt. Eine Grundhaltung, ist sie vorhanden, in die Formstruktur für Beziehungen eingewoben ist.

Alle meine Beziehungen haben ja eine universelle Form, die ausnahmslos alle meine Beziehungen formt, was jedoch keineswegs bedeutet, dass meine Beziehungen absolut gleich wären. Das sind sie natürlich nicht, denn da spielt die Beziehung zu dem anderen noch eine wichtige Rolle. Und in der Beziehung stecken beide drin.