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Die Falle der Begriffe

Begriffe zu kennen bedeutet noch lange nicht auch zu wissen, was sie bedeuten. Und zu wissen, was es bedeutet heißt sicher nicht, dass man wüsste, ob die angenommene Bedeutung ihrer wirklichen inhaltlichen Struktur und ihrem Gehalt entspricht.

Für was ein Begriff wirklich steht, wissen wir normalerweise selten. Wir sprechen zwar über Bewusstsein, Bewusstheit oder Intelligenz, doch selten reflektieren wir das überhaupt.

Wer hat sich schon einmal Gedanken über die Natur des Denkens sowie der Intelligenz gemacht, jenseits der gewöhnlichen Annahmen? Bei mir hat es gedauert, bis ich in Rente war, damit ich mich endlich damit beschäftigte.

Begriffe stehen für manchmal sehr komplexe Zusammenhänge, die jedoch in den seltensten Fällen in ihrer Ganzheit geahnt, geschweige denn verstanden werden.

Es geht also darum, sich stets bewusst sein, dass wir uns über viele Dinge, die uns Menschen wie alles Lebendige betreffen, oft nicht wirklich Gedanken machen.

Würden wir das jedoch tun, dann hieße das, dass wir uns in einem permanenten Flow-Zustand befänden – was wir wohl kaum tun. Sobald wir über die Dinge debattieren, zerreden wir sie auch schon.

Die einzige sinnvolle Kommunikation darüber ist meines Erachtens nach der Dialog, in dem zwei Ansicht nebeneinander stehen und existieren können. Nur halten wir das selten aus. Leider.

Wer wollte dem nicht zustimmen, dass Freiheit nichts ist, was man sich erstreiten oder gegen andere durchsetzen könnte. Frei zu sein bedeutet, in seinem Denken ungebunden zu sein.

Das bedeutet vor allem, sich nicht selbst die Ketten der Begriffe anzulegen.

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