Die Welt ist anders, als viele denken

Der Mensch ist übrigens auch anders, als manche meinen. Die früher so logische und strukturierte Welt entpuppt sich als tatsächlich vieldeutig, nur empirisch erfassbar. Wir verlieren die Kontrolle, die wir aber nie wirklich hatten, wir haben sie uns nur eingebildet. Das ist die Illusion, die gerade offensichtlich wird. Wie Heisenberg schreibt, ein Schiff, dessen Kompass nicht mehr funktioniert. Doch der Vergleich hinkt, denn der Kompass hat noch nie funktioniert. Wir haben es uns nur eingebildet und die Ursache für die Konflikte in der Welt woanders gesucht, aber nicht in uns selbst.

Solange das Leben einigermaßen überschaubar und die Komplexität nicht so beherrschend war, einfach weil Systeme kleinräumiger waren, haben wir es einfach nicht so leicht bemerkt, denn es funktionierte scheinbar. Und das bisherige Denken hat uns mit seinem technischen Erfolg unkritisch werden lassen. „Eigentlich“ wissen wir schon lange, dass wir nichts wirklich „in den Griff bekommen“. Aber weil es ein Gedanke ist, der dem Ego so richtig guttut, also die Dinge im Griff zu haben, ist es ein erstaunlich langlebiger Irrtum, dem manche da aufsitzen.

Doch vielleicht haben wir schon längst neue Möglichkeiten der Orientierung (doch ohne etwas kontrollieren zu können!), ich jedenfalls glaube das, nur, wir müssen sie endlich auch anwenden. Und das heißt, wir müssen verstehen, dass die Welt nicht unberechenbar geworden ist, sondern unsere bisherige Sichtweise und Interpretationen der Wirklichkeit noch nie wirklich gestimmt habt, nur dass wir das bisher nicht bemerkten oder auch nicht bemerken wollten. Doch das wird gerade offensichtlich, gleichwohl suchen noch immer viele die Ursache möglichst bei anderen und nicht bei sich selbst.

Wenn von einem Naturbild der exakten Naturwissenschaften in unserer unserer Zeit gesprochen werden kann, so handelt es sich also eigentlich nicht mehr nur um ein Bild der Natur, sondern nur ein Bild unserer Beziehungen zur Natur.“ Das hat Werner Heisenberg 1955 geschrieben. Aber es ist noch nicht so wirklich angekommen, dass wir endlich aufhören müssen, von einer objektiv feststellbaren Wirklichkeit auszugehen und weiter so zu tun, als wären wir daran nicht beteiligt.

Die Welt ist nicht anders, als wir denken, sondern sie ist vielfach, wie wir denken!