Fake news

Falsche Informationen“, so schreiben Psychologen um Stephan Lewandowski im Fachjournal Memory and Cognition, „üben einen dauerhaften Einfluss auf Gedächtnis und Denken aus, selbst wenn die Aussagen klipp und klar widerrufen wurden“. 

Das war in dem Artikel „Wie bekommt man Fake News aus den Köpfen?“ schon im September 2017 zu lesen, erscheinen auf SZ.de, der Onlinezeitung der Süddeutsche Zeitung. Werden Aussagen nur als falsch gekennzeichnet, löscht das diese nicht aus dem Gedächtnis. Diese Strategie entspricht nach Ansicht der Forscher eher dem Kommando, nicht mehr an etwas zu denken – ein Ding der Unmöglichkeit. 

Korrekturen sollten also auf keinen Fall Gedanken in Gang setzen, die eine Fehlinformation verteidigen. Was aber regelmäßig der Fall ist. Das „Problem“ ist, wenn Fake News der eigenen, oft nicht explizit bewussten Weltanschauung entsprechen. Doch was tun, wenn diese Sicht auf die Dinge zumindest insoweit schlicht falsch ist?

Am Ende müsse die Wahrheit emotional so attraktiv erzählt werden, dass sie die bessere Geschichte ist – und wilde Mythen endlich ihre letzte Ruhe finden können. Sagen die Forscher. Ich aber sage: Verdammt schwierig. Beim Geschichten erzählen verliert man selbst schnell den Bezug zu den Fakten, die man eigentlich aufzeigen möchte, abgesehen davon, ob es überhaupt Fakten sind.

Mein „Lösungsansatz“ ist daher zum einen das zu verifizieren, was ich so denke und zum anderen wirklich dialogisch zu kommunizieren. Welche Information ein Fake ist und welche nicht, dass kann ich nur selbst erkennen. Was natürlich eine echte Herausforderung ist, denn dazu muss ich mich selbst in meinen Strukturen best möglich kennen. Und ich muss mir bewusst sein, dass es keine objektive Wahrnehmung gibt. Alles nur Meinungen in meinem Kopf.

Eine Herausforderung.