Fraktal

Eigentlich ist alles sehr einfach. Benoît Mandelbrot hat eine Feststellung gemacht, die weit über die Mathematik hinaus Bedeutung hat. Er hat entdeckt, dass viele „große“ Dinge oder Erscheinungen keine eigene, für sich existierende Gestalt haben, sondern eine, die sich tatsächlich aus der Vielfalt und Duplizität eines einzelnen Fraktals ergibt.

Wir Menschen sind ein exzellentes Beispiel dafür. Angefangen haben wir mit einer einzigen Zelle, nachdem Mama und Papa je eine dafür geopfert haben. Und die hat sich dann geteilt und geteilt und …, bis wir irgendwann einmal das Licht der Welt erblickt haben. Und dann haben diese Zellen mit dem Teilen erst einmal nicht aufgehört.

Es scheint so zu sein, dass sich letztlich alles – oder doch sehr vieles – auf solche Fraktale zurückführen lässt.

Es ist also nicht die äußere Form, die uns und die Welt ausmacht, sondern etwas ganz anderes. Überlegungen zum „Fraktal“ eignen sich vorzüglich, Parallelen oder Bezüge zwischen Phänomenen im Universum herzustellen, deren Verwandtschaft einem auf den ersten Blick nicht auf- oder einfallen würde, etwa die Verwandtschaft zwischen dem Kirschbaum im Vorgarten und den eigenen Blutgefäßen oder dem Satz des Pythagoras und einem Blumenkohl.

Dies wiederum hilft uns vielleicht, einerseits ein bisschen mehr staunend durch die Welt zu spazieren und andererseits ein bisschen weniger überheblich.