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Frei sein

Freiheit ist das Gegenteil von Beliebigkeit. Wenn ich frei sein will, darf ich nicht tun und lassen wollen, was ich will, dann darf ich vor allen Dingen nicht egoistisch sein.

Beliebigkeit wie auch Egoismus verkennen die Bedeutung des Einzelnen für das Ganze – oder ignorieren die ganz einfach, weil sie sich einen spontanen Vorteil für sich selbst versprechen.

Doch damit kann ich mir selbst nicht gerecht werden, denn dadurch ich schließe mich in das Gefängnis meiner Absichten ein.

Es geht auch nicht darum, bewusst mitfühlend zu sein, denn auch dahinter steht eine Absicht.

Permanent identifizieren wir uns mit irgendwelchen Zielen und wir wollen dabei vor allem Sicherheit und Stabilität; wir wollen wissen, wo es langgeht in unserem leben.

Genau deshalb fühle ich mich auf dem Motorrad so frei. Es ist – bildlich betrachtete – immer ein Tanz auf einem Drahtseil.

Indem ich mich auf die grundsätzliche Instabilität einlasse, sie akzeptiere und ständig austariere gewinne ich Stabilität.

Und das hat etwas mit Freiheit zu tun, den frei fühle ich mich dann, wenn ich mich auf meine Gebundenheit einlasse und dabei in Balance bleibe, ohne dabei jemals in Balance sein zu wollen.

In Balance komme ich erst, wenn Balance nicht mehr mein Ziel ist. Und genau so ist es auch mit Freiheit. Sobald ich es zu erreichen suche, ist Schluss damit.

Frei bin ich nur, wenn ich spontan auf das reagiere, was mir begegnet, jedoch ohne dabei eine bewusste Absicht zu verfolgen.

Veröffentlicht in Allgemein

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