Zum Inhalt springen

Host mi?

Ja, das mit dem Kapieren ist oft nicht so einfach. Doch wie heißt es in dem Buch  Quantenphysik für Hippies‘ so treffend? „Wer sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, kann nur gewinnen, wenn er jemandem zuhört, der anderer Meinung ist.

Was ich für wahr, wirklich und real halten, ist immer nur ein mehr oder weniger kompliziertes Netzwerk von Überzeugungen, die ich über die Welt habe. Alles, worüber ich rede, auch ‚Wahrheit’, ‚Wirklichkeit’ oder ‚Realität’, sind ein rein gedankliches Konstrukt. Doch es wäre fatal zu denken, dass es sie deswegen nicht gäbe. Dass etwa konkrete Dinge für mich nur empirisch existieren, bedeutet ja nicht, dass sie nicht da wären. Nur eben etwas (oder auch ganz) anders, als ich sie wahrnehme.

Alle Informationen, die meine Sinne sammeln, werden zunächst in Elektrizität umgewandelt. Und aus diesem Muster der Elektrizität erzeugt mein Gehirn meine Erfahrung. Ich nehme niemals die Realität wahr, wie sie ist. Meine komplette Erfahrung ist nur eine Simulation, basierend auf den Vorstellungen, die in meinem Gehirn gespeichert sind.

Wie kann ich mich also überhaupt über Realität und Wirklichkeit unterhalten, wenn ich sie überhaupt nicht ‚sehen‘, also nicht be-greifen kann? Interessanterweise findet sich dazu eine Analogie in der Quantenmechanik. Wir kennen ja alle das Bohr‘sche Atommodell.

Da ich aus einer gigantischen Menge von Atomen bestehe, müsste ich, trotz der Menge, eigentlich ziemlich luftig wahrgenommen werden. Aber das, was wir von einem Atom wahrnehmen – und damit letztlich auch von mir – ist tatsächlich die Elektronenhülle, die die Elektronen bilden. Diese Hülle existiert jedoch nicht, weil da etwas wäre, sondern weil es diesen Wahrscheinlichkeitsraum gibt. Wahrnehmen werde ich daher das:

Also werde ich oder Sie etwas ziemlich Kompaktes und auf jeden Fall nicht hauptsächlich Nichts wahrnehmen. Jedenfalls gehe ich davon aus. Das sehen Sie nicht so? Dass das so ist, sagen uns auch die Quantenphysiker, nämlich, dass jede, wirklich jede Materie, also auch ich, zu 99,99999 Prozent aus NICHTS besteht. Also sollten wir uns einmal darüber Gedanken machen, was wir eigentlich wahrnehmen.

Hinter dem Quantenvorhang oder -horizont sind ein paar wenige (!!) Elektronen keine Elektronen, sondern eine Welle. Und diese Welle existiert tatsächlich, sie hat Substanz. Wie eine Welle das eben so macht, geht sie gleichzeitig durch beide Spalten der Versuchsanordnung und mischt sich dann mit sich selbst. Wäre die Welle nicht real, dann würden wir bei dem Doppelspaltexperiment kein Wellenmuster feststellen können.

Die Schwierigkeit besteht alleine darin, sich vorstellen zu können, dass – in diesem Fall das Licht – uns (!!) entweder als Welle oder als Teilchen erscheint, aber beides gleichermaßen ist. Also machen wir den Unterschied, weil wir nach einer spezifischen Information suchen. Und weil wir uns eine Information ‚greifen‘, etwas ‚darüber‘ wissen wollen, also begrifflich denken, kollabiert die Welle.

Es gibt sogar eine mathematische Formel dafür, die nach ihrem Erfinder benannte ‚Schrödinger Gleichung’ sagt uns genau, dass und sogar warum Atome existieren. Nur wir sehen in der Regel nicht die einzelnen Elektronen, sondern ihren Wahrscheinlichkeitsraum. Atome existieren, weil sie aus Möglichkeitswellen bestehen. Und ich auch.

Alles klar?

Published inAllgemeines