Können mechanische Dinge Lehrmeister sein?

Oder philosophische Theorien? Gerade habe ich einen Text gelesen, der mich auf diese Frage brachte: Seit nun schon 4 Jahren mein Begleiter, Lehrmeister, meine Herausforderung, mein Teampartner, mein Glück – mein Vollblutaraber.

Ich komme da auf 4 ½ Jahre. Nur ist mein Lehrmeister und meine Herausforderung kein Pferd, sondern indirekt ich selbst. Aber eben nicht direkt, sondern wie gesagt indirekt. Der direkte Teil ist nämlich mein Motorrad. Das bringt mich immer wieder an Grenzen, die es für mich zu überwinden gilt.

Nur sind das, was viele vielleicht spontan denken mögen, keine technischen oder mechanischen, sondern sehr persönliche, mentale und geistige Grenzen. Dass ich die habe merke ich jedoch nur, weil sie mir durch das Motorradfahren überhaupt erst bewusst werden.

Die, wie ich finde, sehr interessante Frage ist, welche mentalen und geistigen Grenzen habe ich noch, die aber keine „echte“ Ursache haben, sondern nur eine gedachte? Das ist eine wirkliche und fundamentale Frage, denn das merke ich ja nicht! Was also kann ich tun, um mir meiner eigenen Grenzen überhaupt bewusst zu werden, die absolut notwendige Voraussetzung, um sie dann auch überwinden zu können?

Es geht also um geistige Dinge. Wie ist es da mit geistigen Herausforderungen? Anders gefragt: Kann mich die Beschäftigung mit philosophischen Fragen ganz konkret an meine Grenzen bringen? Etwa mit der Philosophie Nagarjunas? Oder den fundamentalen Fragen der Quantenphysik? Und was muss ich tun, damit ich anders zu denken lernen kann?

Offene Fragen, die auf eine Antwort warten. Sicher ist, dass das bisherige Denken, das wir in Form unseres Weltverständnisses erfahren können, letztlich nur die Oberfläche des Seins beschreibt, aber nicht die Wirklichkeit, wie sie tatsächlich ist. Dass es an der Zeit ist, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, ist nicht zu verleugnen. Es knirscht an allen Ecken und Enden. Der Mensch ist zunehmend, wie Heisenberg es einmal ausgedrückt hat, mit sich selbst konfrontiert.

Wir selbst sind dabei, nicht nur unsere, sondern die Lebensfähigkeit überhaupt auf diesem Planeten drastisch einzuschränken. Wenn wir nicht wollen, dass es uns vor der Zeit an den Kragen geht, sollten wir umdenken lernen und die Dinge sehen, wie sie wirklich sind. Das bedeutet eben die eigenen gedanklichen Grenzen erkennen und überwinden. Dafür eignen sich Buddhismus und Quantenphysik sehr gut, da sie sich gegenseitig philosophisch ergänzen und weil die Quantenphysik schlicht und einfach funktioniert und daher nicht so einfach als Spinnerei abgetan werden kann.

Tatsächlich haben wir es nicht mit einer Wirklichkeit zu tun, auch nicht mit einem Multiversum, sondern mit verschiedenen Formen. Wirklichkeit ist nichts Eigenständiges, Festes, Unabhängiges, sondern sie besteht aus Systemen abhängiger Bestandteile. Das stürzt uns erst einmal in ein ordentliches Dilemma, denn das können wir gedanklich nicht auf Anhieb fassen.

Doch mit ein wenig Übung gelingt es. Definitiv.