Männer und Frauen

Warum scheinen Frauen anders als Männer zu sein, mal abgesehen von den offensichtlichen biologischen Unterschieden? Was macht den gesellschaftlichen Unterschied aus? Die Antwort ist ganz leicht zu finden. Es gibt eigentlich keine Unterschiede. Außer, dass Frauen Kinder bekommen und Männer Kinder nur zeugen können.

Doch wo kommen dann die tatsächlich zu beobachtenden Ungleichbehandlungen her? Ganz einfach: Es sind die ökologisch und ökonomischen Rahmenbedingungen, in denen wir leben. Schließlich gab es tatsächlich steinzeitliche Künstlerinnen, reiche Fürstinnen aus der Bronzezeit und Äxte schwingende Wikingerinnen. Das zeigen immer mehr Funde und wissenschaftliche Untersuchungen.

Und genau das macht das „eigentlich“ aus. Es gab vor Jahren einmal einen Film im Fernsehen (den ich leider nicht wiederfinde) über Affenpopulationen. Da gibt es nämlich auch jede nur denkbare Gesellschaftsform, vom Matriarchat über das Patriarchat bis hin zur freien Liebe der Bonobos.

Nicht anders war es bei den Menschen, wie der Film von Terra X, wie ich finde, eindrucksvoll dokumentiert. Es war eine grundlegende klimatische Veränderung, die die Menschen sich ökonomisch anders verhalten ließ. Aus Nomaden wurden seßhafte Landbesitzer. Das Ganze begann Anfang der Bronzezeit.

Da mit dem Wechsel vom Nomadenleben zum Leben eines Ackerbauern auch das Besitzdenken entstand, bekamen Männer eine andere gesellschaftliche Position. Schließlich will ja Besitz verteidigt sein, wenn ein begehrlicher Nachbar darauf schielt. Und da waren die Männer die besseren Krieger, einfach, weil sie stärker waren. Und die Frauen wurden schwächer, weil sie öfters schwanger wurden.

So einfach ist das. Ganz profane ökologische und ökonomische Bedingungen, die den gesellschaftlichen Umgang von Männern und Frauen bedingte. Ein guter Grund sich einmal zu fragen, in welchen ökologischen und vor allem ökonomischen Bedingungen wir modernen Menschen leben.

Ich frage mich ernsthaft, was Männer so oft zu Machos werden lässt. 9 Monate in Mamas Bauch, dann die Erziehung meist von der Mutter in den ersten Lebensjahren, dann Kita und Kindergarten, also meist nur von Frauen betreut, dann die Grundschule, wieder Frauen. Da könnte man doch meinen, dass sie den Jungs ein anderes Verhalten nahelegen. Aber so scheint es nicht zu sein.

Kann es sein, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen ganz oft die äußeren Rahmenbedingungen einfach als gegeben akzeptieren und den Nachwuchs entsprechend konditionieren. Obwohl, heißt ja korrekterweise erziehen.

Ich finde, es ist ein guter Grund, das Getöse um Frauenrechte einmal sein zu lassen, sondern sich Gedanken darüber zu machen, wie Man und Frau sinnvoll zusammenleben können. Und dann auch so zu leben. Hilfreich könnte es sein, all die Kriegsmetaphern aus der Kommunikation über wirtschaftliche Zusammenhänge einfach zu lassen.

Es ist nicht nur an der Zeit, uns über das Thema Männer / Frauen Gedanken zu machen, sondern auch über das archaische Verhalten in der Wirtschaft.

Das braucht es nämlich nicht mehr. Obwohl, die Autoindustrie hätte dann ein Problem. Niemand bräuchte mehr einen dicken, fetten SUV, um seinen Status in einer vermeintlich kriegerischen Welt zu demonstrieren, wo es darum geht dem anderen zu zeigen, wer was zu sagen hat.

Noch eine Anmerkung zum Schluss. Aktuell (Juli 2020) sieht es ja so aus, als würde sich wirtschaftlich einiges ändern, ändern müssen. Eigentlich (?) eine gute Gelegenheit, die Chance zu ergreifen und uns ernsthaft zu überlegen, wie wir weiter miteinander leben und arbeiten wollen.

Nicht umsonst leben wir im Zeitalter des Anthropozän. Also sollten wir es nicht mehr über uns ergehen lassen, was passiert, sondern das Leben ganz bewusst gestalten.