Manches gehört eigentlich verboten

Aber macht das Verbieten deswegen schon Sinn? Macht es nämlich nicht. Mit Geboten und Verboten zu arbeiten zeigt nur, dass man aufgegeben hat, den anderen erreichen zu wollen. Und dabei kann man nicht einmal sicher sein, dass man auch noch Recht hat und nicht doch der Andere.

Was ich für richtig und falsch halte, ist meine subjektive Wirklichkeit, nie aber eine objektive Wahrheit. Eine objektive Sichtweise auf die Welt und was sich darin ereignet gibt es leider nicht. Außer bei mechanischen Dingen.

Richtig schwierig ist jedoch die Einschätzung von Dingen, die ich selbst nicht erfahren kann. Etwa ob ein Fisch Schmerz empfindet, wenn er geangelt wird. Was übrigens der Fall ist, er kann nur nicht schreien.

Oder die Tatsache, dass Zeit nicht linear ist, sondern mit dem Raum eine Einheit bildet. Ist das jetzt falsch, weil ich es mir nicht vorstellen kann oder doch richtig, einfach deshalb, weil es Quantenphysiker nachgewiesen haben?

Die Sache mit ‚richtig‘ und ‚falsch‘ erinnert mich an den Regenbogen, der ja auch nur für den existiert, der ihn überhaupt sieht. Ansonsten sieht ihn keiner. Ohne Beobachter gibt es einfach keinen Regenbogen.

Wenn der eine also sagt, das ist richtig, der andere es aber für falsch hält, dann steht ja nicht ‚richtig’ gegen ‚falsch’, sondern das eine ‚richtig’ gegen das andere ‚richtig’. Und wer sollte das entscheiden? Entscheidet ein Dritter, dann stellt der ja auch wieder die Frage nach richtig oder falsch. Und nimmt er beide Positionen ein, dann kommt er wahrscheinlich gewaltig ins Grübeln.

Die Suche nach ‚richtig‘ und ‚falsch‘ ist Unsinn, was jedoch nicht bedeutet, dass es das nicht gibt, das Richtige und das Falsche. Nur das ist eine Frage der Perspektive, also immer subjektiv und niemals objektiv feststellbar.

Witzigerweise habe ich das in einem Beruf begriffen, der vom Recht-Haben lebt. Ich bin nämlich Jurist. Man braucht nur genau hinzuschauen und man erkennt sehr schnell, dass ‚Wahrheit‘ etwas ausgesprochen Persönliches ist. Heute kann ich mich nur zurückziehen, wenn sich zwei ihre Wahrheiten um die Ohren kloppen.

Was jetzt aber nicht bedeutet, dass es nicht Gesetzmäßigkeiten geben würde, die für alle gelten. So wie der Regenbogen vom Beobachter abhängt. Und das ist bei allem so. Das Problem ist nur, das in das eigene Denken hineinzubekommen.

Fazit: Ohne Kommitment funktioniert es nicht gut. Eigentlich überhaupt nicht.