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‚Mein‘ Weltbild

Egal, was ich tue, ich folge dabei immer meinem Weltbild, auch wenn mir das nicht explizit bewusst ist.

Es ist mir nur intuitiv (?) bewusst, so wie etwa Liebe. Liebe kann ich erfahren; sie zu beschreiben ist mir jedoch nicht möglich. Allenfalls durch Aphorismen kann ich ein Bild meiner Empfindungen zeichnen.

Doch beschreiben – unmöglich. So ist es auch mit ‚meinem‘ Weltbild. ‚Wir erleben mehr, als wir begriffen können.‘ Diesem Satz von Hans-Peter Dürr stimme ich vorbehaltlos zu. Es ist unmöglich, die Basics unseres Lebens zu definieren, aber wir können sie empfinden – oder eben auch nicht.

Was ich empfinde, das entscheidet definitiv mein Weltbild, es ist der Filter, durch den ich die Welt wahrnehme. Mit ‚objektiver Wahrnehmung‘ ist da nichts, ich kann ja nur subjektiv wahrnehmen. Und zwar sehr subjektiv. Es ist falsch zu sagen, dass ‚ich’ etwas wahrnehme, richtiger ist zu sagen, dass mein Weltbild mich etwas so sehen und erfahren lässt, wie ich es wahrnehme.

Das wirft die spannende Frage auf, welches Weltbild ich überhaupt habe. Was ich aber leider nicht wissen kann, denn das ist implizit und explizit nur teilweise erkennbar. Aber es gibt einen Weg, um es zumindest andeutungsweise zu erkennen.

Zum einen brauche ich nur genau zu registrieren, was ich tue beziehungsweise getan habe. Doch das kann ich nur, wenn ich nicht davon ausgehe, dass das, was ich tue richtig ist, sondern immer (!) nur richtig sein kann.

Ich bin mir zwar sicher, dass das, was ich denke und auch, was ich tue für mich stimmig ist, doch ich behaupte nie, dass es auch richtig wäre. Trotz aller innerer Gewissheit habe ich stets die Bereitschaft, Fehler in meinen Denkstrukturen zu erkennen.

Deswegen gehe ich, wo ich kann, in den Dialog, um mein eigenes Denken immer wider zu untersuchen und zu verifizieren.