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Lassen, was hindert

Die Welt ist voller Leid, voller Konflikte und zerstörerischer Aggression. Der Mensch hat scheinbar die äußere Welt gemeistert, aber er ist innerlich gewalttätig, besitzergreifend und konkurrierend. Die Gesellschaft ist ein Spiegel davon.

Die Krisen in der Welt sind in Wahrheit eine Krise des Denkens und des Bewusstseins. Nicht eine Revolution in der Gesellschaft ist notwendig, sondern eine des eigenen Denkens. Doch das eigene Denken letztlich zu zerstören macht uns Angst.

Also muss ich die Angst überwinden, will ich das Böse in mir überwinden. Denn solange ich den Regeln der Gesellschaft, also der Konvention, kommentarlos folge, solange muss ich mir darüber im Klaren sein, dass das Zerstörerische auch in meinem eigenen Denken und Handeln lebendig ist.

Ein Beispiel: Das Dritte Reich wurde maßgeblich durch all die möglich, die sich dem Mainstream angepasst haben, ihre Stimme nicht erheben wollten und lieber schwiegen oder gar gute Miene zum bösen Spiel machten, weil sie sich selbst einen Vorteil davon versprachen.

Es ist keine Frage, solange ich die Konvention nicht verlasse, solange habe ich keine Chance, zu mir selbst zu stehen, was keineswegs bedeutet, ein Einsiedlerleben führen zu müssen, ganz im Gegenteil. Denn für die Gesellschaft kann ich nur da sein, wenn ich überhaupt zu mir selbst stehe.

Bei mir selbst‘ bin ich, wenn ich mich vollkommen auf das einlasse, was ich tue und wenn das zu erreichende Ziel letztlich ohne Bedeutung ist. Dazu später mehr. Jetzt will ich es erst einmal so stehen lassen. Lebe ich so, dann lebe ich meditativ, egal was ich tue.

Das merke ich übrigens sofort, wenn ich mich nicht einlasse. Dann entstehen immer diese Sätze, die mit ‚Ich‘ anfangen und mit einer Bewertung oder einem Urteil aufhören.