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Nachdenken – oder ‚nur’ bewusst sein?

Das sind die Fragen, die ich immer mit nach Hause bringe, wenn ich Motorradfahren war.

Oder aus der Küche komme. Wenn ich also etwas getan habe, das Ansprüche an mich stellt. Also weder langsam durch die Gegend tuckern noch nach Rezept kochen, sondern etwas Herausforderndes realisieren wollen.

Nachdenken ist, wie das Wort schon sagt, ein auf Vergangenes gerichtetes Denken. Auch vorausschauend zu denken ist letztlich ein Nachdenken, indem ich Vergangenes in die Zukunft projiziere.

Beim ‚nur‘ Denken habe ich tatsächlich keinen einzigen Gedanken im Kopf. Wenn ich am denken bin, ohne dabei einem spezifischen Gedanken zu folgen, darf man mich nicht fragen, was ich gerade denken würde, denn dann ist der Fluß des Denkens unweigerlich unterbrochen. Den muss ich dann neu gestartet bekommen, was gar nicht so einfach ist.

Unter ‚Denken‘ verstehe ich nicht, den Gedanken freien Lauf zu lassen, sondern dabei konzentriert und aufmerksam zu sein, aber ohne einen konkreten Gedanken zu haben. Nur was bereits gedacht wurde kann in einem Gedanken wahrgenommen werden. Vielleicht nicht so einfach zu verstehen.

In dem Augenblick, in dem ich wirklich bewusst bin, bin ich meiner selbst bewusst, doch ohne, dass ich dabei einen einzigen Gedanken an irgendetwas verschwenden würde. Werde ich mir bewusst, dass ich kein Pfeffer an das Essen getan habe, greift im selben Moment meine Hand schon nach der Pfeffermühle, ohne dass ich darüber nachdenken müsste.

Und genau so schreibt sich auch dieser Text. Sozusagen von ganz alleine. In dem Moment, in dem ich mich einmische, wird er komisch und meist auch unverständlich.

Eines darf ich dabei nicht übersehen: Implizites Handeln braucht implizites Wissen, sonst kann es nichts werden. Nur muss man über implizites Wissen nicht nachdenken, da man es verinnerlicht hat. Das ist der Unterschied zu explizitem Wissen, das ich nur präsent habe, wenn ich mich daran erinnere, also einen Gedanken dazu habe.

Published inAllgemein