Persönliche Geschichtsschreibung 

Ein paar andere Worte, den Satz ein wenig umgestellt und schon ist die Geschichte eine ganz andere. So kann ich beispielsweise sagen „Das ärgert mich, was Du da sagst“ oder „Du ärgerst mich“ oder „Ich ärgere mich“. Drei sehr ähnlich klingende Sätze, was einem auf die Schnelle oft gar nicht so wirklich auffällt. Doch dahinter stehen drei vollkommen verschiedene Welt- und vor allem Selbstbilder.

Bei den ersten beiden liegt die Verantwortung ganz klar bei dem anderen, ich fühle „es“ nur. Bei der dritten Variante liegt die Verantwortung alleine bei mir. Und damit kann ich es auch beenden und damit aufhören, mich zu ärgern. Ich bin definitiv lieber Täter in Bezug auf mich selbst und kein Opfer. Doch das ist nicht mal eben so zu ändern, da gehört mehr dazu. Einsicht, die Einsicht, dass es anders ist. Und vielleicht ist es sogar ganz anders, als man bisher dachte. Denn ob ich glaube, dass es ein aus sich selbst heraus existierendes „Ich“ gibt oder eben nicht,, das glaube ich aufgrund meines Weltbildes, das ja gleichzeitig auch mein Selbstbild ist.

Doch sind solche Weltbilder tatsächlich innere Bilder? Oder nicht doch (eher ?) Empfindungen? Das glaube ich nämlich. Mir das Weltall in all seiner Vielfalt und Größe vorzustellen – unmöglich. Aber was ist es dann, worin ich lebe? Viele Menschen haben ja Gottesbilder oder mystische Gestalten vor ihrem inneren Auge, wenn sie über das Ganze sprechen. Auch wenn ich sage, dass ich an nichts glaube, entspricht das nicht der Wahrheit, denn dann würde ich total am Rad drehen. Jeder hat seine Vorstellung von dem Universum, auch wenn die meisten denken, mit der Welt, Sonne und Mond und ein Paar Sternen als Horizont hört es auf.

Doch wie ich mich und das Universum empfinde, als etwas feindliches, etwas, wo ich mir mein Recht erkämpfen muss oder dass ich etwas in die Welt bringe oder zu bringen habe, das definiert meine Empfindungen, mein Grundselbstverständis wie ich die Phänomene der Welt empfinde, wie ich darauf reagiere und damit meine grundlegende Haltung, wie ich mich zu den Dingen und den Menschen in Beziehung setze. Es sind also nicht die Bilder, die über mein Weltbild entscheiden, sondern letztlich meine Empfindung.