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Propriozeption

Was für die Beweglichkeit des Körpers gilt, gilt auch für die Beweglichkeit im Denken. Wie ich mich bewegen kann, ist unmittelbar von meiner Vorstellungsfähigkeit, genannt Propriozeption, abhängig.

Propriozeption (von lateinisch proprius ‚eigen‘ und recipere ‚aufnehmen‘) bezeichnet die Wahrnehmung des eigenen Körpers und dessen Lage im Raum, den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander sowie deren Veränderungen als Bewegungen mitsamt dem Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit.

Ohne Propriozeption könnte ich mich in der Wirklichkeit meines Körpers nur sehr eingeschränkt bewegen. Doch wie ist es mit der Wirklichkeit meines Denkens? Was bietet mir da die notwendige Propriozeption? Was befindet sich von Religionen und Philosophien am ehesten in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit?

Schwierige Frage, oder nicht? Weil ich niemandem zu nahe treten will, entscheide ich mich ganz pragmatisch erst einmal für die Wissenschaft. Die können nicht nur einfach etwas annehmen, sondern müssen auch noch nachweisen, dass ihre Annahmen stimmig sind.

Es geht um die Frage, welches Gedankengebäude den besten Bezug zur Wirklichkeit hat. Dieses Rennen machen bei mir die fundamentalen Fragen der Quantenphysik, die Neurowissenschaft und die Wissenssoziologie; alles Dinge, die ich verifizieren kann.

Ein Problem aber bleibt. Nicht nur, dass ich mein bisheriges Weltbild nicht einfach eben so erweitern kann, ich muss es auch letztlich durch ein anderes ersetzen. Das ist die Herausforderung, denn das bedeutet erst einmal, Sicherheit aufzugeben.

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