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Was ist ‚Denken‘?

In einem Flow-Zustand denke ich, ohne dass mir bewusst wäre, zu denken. Auch nehme ich dann die Dingen wahr, ohne das ich mir Gedanken über das Wahrgenommene mache, aber ich reagiere unmittelbar darauf.

Das ist, was einen Flow ausmacht. Das bewusste Denken, das so oft zwischen Wahrnehmung und Handlung festzustellen ist, geschieht im Flow nicht, auch wenn es für einen Außenstehenden ganz anders zu sein scheint. Doch das bedeutet keineswegs, dass wir im Flow nicht denken würden, nur sind wir uns dessen nicht bewusst.

Und was ich geschrieben habe, registriere ich erst hinterher, nicht vorher. Vorher ist es nur eine Art von Ahnung, eine Empfindung. Und wenn da nichts zu schreiben ist, mache ich etwas anderes – und meist ist es dann auch schon da.

Warum soll ich auch nicht denken können, ohne mir dessen bewusst zu sein? In dem Moment, in dem ich das gerade schreibe, sind mein Magen und mein Darm damit beschäftigt, mein heutiges Abendessen zu verdauen.

Ein Vorgang, den ich nicht bewusst wahrnehme. Ich bemerke ihn nur dann, wenn eine Störung vorliegt. Der Vorgang der Nahrungsaufnahme ist etwas ganz anderes als die Verdauung, sie hängt davon ab, welche Nahrungsmittel ich zur mir nehme, was ich bewusst steuern kann. So ist es auch mit dem Denken.

Nicht der Vorgang des Denkens als solcher, aber das Endergebnis hängt von den Informationen ab, die ich zur Verfügung stellen kann, also mein implizites Wissen. Auch der Vorgang, durch den ich explizitem Wissen in implizites transformiere, geschieht durch mir nicht bewusstes Denken.

Es ist daher wichtig, zwischen dem Prozess des Denkens und den diesem Prozess zur Verfügung gestellten Informationen sehr genau zu unterscheiden. Je nachdem, wie die Struktur meines Denkens angelegt ist, verarbeite ich die zur Verfügung stehenden Informationen.

Verfügt ein anderer über eine andere Denkstruktur als ich, wird er bei den gleichen Informationen möglicherweise zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Also ist es wichtig, sich auch der eigenen Denkstrukturen bewusst zu sein und darüber zu reden.

Unabdingbare Voraussetzung für diesen Prozess ist, dass ich nicht ichhaft denke. Ichaftes Denken  geschieht schon alleine dadurch, dass ich statt auf die Tätigkeit an sich auf das zu erreichendes Ziel fokussiert bin.

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich diesen scheinbaren Widerspruch akzeptieren konnte, dass ich mein Ziel effektiver und effizienter erreiche, wenn ich die Tätigkeit im Fokus habe und nicht das Ziel.