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Das Paradox leben

Wahrscheinlich schimmert es durch alle meine Texte, jedoch will ich eines noch einmal ganz klar machen, nämlich dass es, will man diesen Weg gehen, ein ordentliches Paradox zu bewältigen gilt. Es gibt zwei Filme, in denen das sehr gut gezeigt wird: Einmal in ‚Last Samurai‘ und dann in ‚Star Wars‘, wobei beide Filme eine Schwäche haben, nämlich das Kriegerische.

Der Konflikt, der in beiden Filmen im Außen geführt wird, ist letztlich ein innerer Konflikt, der nach außen projiziert wird – wie auch im wirklichen Leben. Gleichwohl wird in beiden Filmen deutlich, dass ein Handeln im Flow unverzichtbar ist. Und darum geht es mir.

Komplexe dynamische Systeme – und ich bin ein solches – funktionieren am besten im Zustand der Selbstorganisation. Leben im Flow ist, wenn Sie so wollen, eine perfekte Methode, diese Selbstorganisation anzuregen und anzustoßen. Nach diesem Prinzip zu handeln stellt einen wirklichen Paradigmenwechsel (und keinen Quantensprung!!) im Leben dar.

Also weg von der bewusst gesteuerten Manipulation meiner Organisation hin zur Kunst des anstrengungslosen Entstehenlassens der Selbstorganisation. Selbstorganisation entsteht in komplexen Systemen, wenn sich der Fokus weg von der Steuerung einzelner Elemente hin zu den sogenannten Ordnern des Systems verlagert.

Solche ‚Ordner’ sind Aspekte einer feineren, höheren Ebene, die quasi von außen das System, also mich, indirekt lenkt. Paradoxerweise führt gerade das sehr effizient in einen Zustand des harmonischen Funktionierens bei gleichzeitiger Reduzierung der Kompliziertheit auf der inhaltlichen Ebene.

Das stellt einen wirklichen Paradigmenwechsel dar, weg von dem technischen Machen, der verstandesorientierten Logik, hin zu einem organischen Prozess des Wachsens. Es ist die Kunst, das Gewollte nicht machen zu wollen, sondern aus sich selbst heraus entstehen zu lassen.

Es ist der Wechsel von einem wissenschaftlich-rationalen Weltbild zu einem an der Natur orientierten und von ihr inspiriertem Weltbild, ohne dabei dem Mystizismus zu verfallen, sondern ganz sachlich zu bleiben. Statt Übungen, Strukturen, Analysen, Techniken und Methoden zu vertrauen, vertrauen wir uns selbst.