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Fokus auf das Geistige

Bei dem Bestreben, das Thema ‚Bewusstheit und Quanten‘ zu verstehen, merke ich immer wieder, wie ich Gefahr laufe, in der gewohnten Art des Denkens hängenzubleiben. Als ob ich erst wissen müsste, wie es geht, statt es einfach ‚nur’ zu denken.

Die Schwierigkeit dabei besteht darin, wenn ich die Grenze zwischen dem Möglichen und dem nicht mehr Möglichen nicht weiß. Ziehe ich die Grenze zu eng, vergebe ich mir Möglichkeiten. Ziehe ich sie zu weit, riskiere ich irgendwann frustriert aufzugeben und die Flinte ins Korn zu werfen.

Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wie die für mein Immunsystem zuständigen Zellen lernen, woran sie ein feindliches Virus erkennen, bekämpfen und wie sie es hinbekommen, sich seine Struktur zu merken, so dass ich zukünftig nicht mehr daran erkranken werde. Keine Ahnung was die da so machen, aber es funktioniert.

Also werkelt in mir eine Art von Intelligenz, nur dass ich sie nicht in meinem Gehirn verorten kann, jedenfalls nehme ich das an. Schließlich verfügen ja auch Lebewesen ohne ein typisches Gehirn über Intelligenz, ein Blob oder eine Krake beispielsweise.

Ich frage mich immer wieder, wie ich einen Flow im Alltag realisieren könnte. Die – nicht unbedingt körperliche – Herausforderung ist, diese gedankliche innere Grenze zu erreichen, an der das ‚Ich‘ seinen Betrieb einstellt und mit den Worten von Heraklit endlich ‚alles fließt‘.

Wenn ich früh aufstehe, frühstücke, meine Zeitung nehme und lese, dann fließt garantiert nichts. Weshalb das so ist? Ich habe einmal zusammen mit meinem Nachbarn und seinem Sohn den Wahlomaten durchgearbeitet. War sehr interessant. Es kam eine Frage, dann spontan eine Antwort von mir. Nach dem darauf folgenden Gespräch dauerte es manchmal nur eine Weile und ich hatte meine Meinung relativiert.

Das hat sehr viel mit dem Zeitungslesen zu tun, denn da relativiere ich nichts, denn ich habe ja nur mich als Gesprächspartner. Das aber genügt nicht, um in eine gedankliche Herausforderung (sie sehen, der Flow schleicht sich schon an!) zu kommen. Eine Information, die keinen Einfluss auf das haben kann, was ich tue, ist eine gefährliche Information, denn die führt meist nur dazu, dass ich meine Ansicht weiter einzementiere.

Ich suche also einen Zustand der geistigen Gespanntheit (nicht der Anspannung), der offenen (!!) Konzentration, ohne dass ich dabei etwas beurteilt würde, und bin ganz bei dem, was ich tue. Das anvisierte Endergebnis tritt dabei in den Hintergrund. Das ändert sich etwa bei meinen Texten im Lauf des Schreibens permanent.

Wenn ich einen Text beginne, weiß ich in der Regel nicht, wo er enden wird. Und exakt so fahre ich auch Motorrad. Oder diskutiere so, ergebnisoffen. Es gibt daher kaum noch konkrete Ziele für mich, es sind eher Visionen. Die vor allem in Unternehmen übliche Begriffskette ‚Vision – Mission – Ziele – Strategie – Taktik‘ zeigt, dass es auf Taktik, Strategie und Ziele nicht entscheidend ankommt, sondern dass Vision und Mission maßgeblich dafür sind, wo die Reise hingeht.

Viele Menschen denken ja, dass es bei dem ‚Geistigen’ darum ginge, etwas Spezifisches zu erreichen. Sie beschäftigen sich mit Taktik, Strategie und Zielen. Und wundern sich dann, wenn sie ganz wo anders ankommen. Selbstverständlich geht es darum, etwas ‚zu erreichen‘. Doch wir übersehen vielfach, dass die Quanten nur dann ihr Potenzial ausspielen, wenn keiner hinschaut, wenn wir also im Flow sind und nichts beabsichtigen. Daher genügen eine Vision und Mission vollkommen!

Es ist die falsche Vorstellung, die davon ausgeht, dass Dinge klar definiert werden und dass wir nur bewusst denken und planen könnten. Vieles, was wir denken, trägt die Züge der Determiniertheit in sich. Es ist allein für eine realistische Wahrnehmung unbedingt erforderlich, Konsequenzen aus der Relativitätstheorie für das alltägliches Leben zu ziehen, will ich einigermaßen in der Realität und nicht nur in meinen eigenen Gedanken leben.

Die Frage nach der Determiniertheit des eigenen Lebens hat sich schon Einstein gestellt. Daraus entstand die allgemeine Relativitätstheorie. Alles ist immer aus dem Blick des Betrachters zu sehen und zu verstehen. Habe ich das intus, kann ich den nächsten Schritt gehen. Es beginnt immer mit der Wahrnehmung.

Die Wahrnehmung aus ihrer Erstarrung zu lösen und zum fließen zu bringen, das ist der Schlüssel für ‚richtiges‘ Denken.