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Vertiefung

Wenn man, also ich, etwas glaube, verstanden zu haben, ist es an der Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, was ich jetzt tun muss, damit ich mein neues, aber noch explizites Wissen zu implizitem Wissen werden lassen kann.

Wissen alleine genügt bekanntlich nicht, ich muss es auch aktiv in mein Leben integriert haben, wenn ich es denn tatsächlich anwenden können will. Was habe ich also bisher verstanden?

Dass es unmöglich ist zu beschreiben, wie all diese Quantenobjekte funktionieren. Ich bin ja auch so eins, ganz nebenbei. Also weiß ich, dass es das Phänomen der Selbstorganisation auc

h für mich gibt, nur nicht, wenn ich es will.

Das wiederum bedeutet, dass ich mein mir mögliches Potential nur dann ausleben kann, wenn ich es nicht beabsichtige. Also wenn ich etwas will, darf ich es zwar wollen, aber nicht konkret wollen? Ganz schön paradox.

Ich denke, es ist genau so. Wenn ich mit dem Moped unterwegs bin, will ich sicher fahren. Klar. Aber was ich dafür im Detail tun muss, etwa wie ich einem Auto ausweichen soll, darüber darf ich nicht nachdenken.

Das muss ich vorher überlegt haben und dann die Reaktionen bei einem Training einüben. Habe ich das alles hinter mir, kann ich es auf der Straße anwenden, wenn ich es brauche.

Vorausgesetzt natürlich, ich bin konzentriert und achtsam beim Fahren; jedoch ohne Absicht, etwas Spezifisches zu tun. Und erfordert die Situation etwas zu tun, denke ich nicht mehr über richtig oder falsch nach, sondern tue, was zu tun ist.

Ich muss im Moment des Tuns vollkommen auf „richtig“ oder „falsch“ verzichten. Tue ich das nicht, sondern differenziere weiter, dann ist mir nur wenig möglich.

Also suche ich immer öfter in die Leere einzutauchen. Auch beim Denken, nicht aber beim Nachdenken. Darauf verzichte ich, wenn ich es hinbekomme, so wie ich auf theoretische Überlegungen möglichst verzichte.

Selbstverständlich höre ich auch auf, die Welt getrennt wahrzunehmen, sondern suche die wechselseitigen Verbindungen zu erkennen. Und ich achte möglichst genau auf meine mentalen Programme, wenn ich sie überhaupt erkenne.

Auf jeden Fall höre ich auf zu glauben, ich könnte etwas objektiv feststellen, genauso wie ich begreifen muss, dass ich nie die Welt sehe, wie sie ist, sondern immer nur meine Interpretation davon.

Damit werde ich wohl eine ganze Weile beschäftigt sein.

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