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Visionen

Visionen sind manchmal regelrecht gemein. Oft meint man, man hätte eine, um am Ende festzustellen, dass doch irgendwie alles ist, wie es vorher auch schon war. Nichts hat sich geändert.

Woran liegt das nur? Diese Frage ist leicht zu beantworten, wenn man es einmal mit buddhistischer Logik versucht. So existiert ein Weg nur, wenn es da auch einen gibt, der ihn geht. Oder der Regenbogen, den es auch nur gibt, wenn jemand das von dem Wasserdunst reflektiere und gebrochene Licht wahrnimmt.

Gibt es keinen Beobachter, gibt es auch keinen Regenbogen. So ist es auch mit der Vision. Die gibt es nur, wenn es einen Visionär gibt, also jemanden, der (s)eine Vision lebt. Ja, so ist es. Wir leben die Welt empirisch. 

Welt ist also nicht, weil sie so wäre, wie wir sie wahrnehmen, sondern wir nehmen sie so wahr, wie wir denken. Und mit Visionen ist es genauso, auch die sind zum einen empirisch und zum anderen existieren sie nur im Zusammenspiel mit dem, der sie lebt.

Heißt das jetzt, ich sollte mir bewusst werden, wie ich mir die Welt denke? Ja, das heißt es! Denn nur, wenn ich mir dessen wirklich bewusst bin, kann ich mir auch andere Gedanken darüber machen.

Published inGedanken