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Was ist Wahrscheinlichkeit?

So mancher Begriff, mit dem wir täglich umgehen und dessen Bedeutung wir zu kennen glauben, wird beängstigend unklar, wenn wir versuchen zu erklären, was wir damit meinen. „Zeit“ ist ein Beispiel dafür, ein anderes ist „Wahrscheinlichkeit“. Was letztlich damit gemeint ist, wurde und wird auch außerhalb der Quantenphysik diskutiert.

Ein guter Grund, sich darüber Gedanken zu machen. Erst einmal kommt es darauf an, was man überhaupt beobachtet. Wenn mir eine Person 5 Mal auf die gleiche Weise begegnet sollte ich tunlichst nicht davon ausgehen, dass sie das auch das nächste Mal so tun wird. Bekanntlich nimmt ja der Beobachter direkt auf die Realität Einfluss. Sagen die Quantenphysiker; aber auch die Psychologen. Die sagen „sich selbst erfüllende Prophezeiung dazu“.

Bei Menschen sollte man also nicht mit der klassischen Interpretation arbeiten, die unter Wahrscheinlichkeit das Verhältnis der Anzahl der interessierenden Ausgänge eines statistischen Geschehens zur Gesamtzahl der überhaupt möglichen Ausgänge versteht.

Was aber schon bei einem Münzwurf der Ausgang „Kopf“ oder „Zahl“ Probleme auftreten läßt, denn die Wahrscheinlichkeit ist eben nicht gleichmäßig verteilt. In vielen Fällen führt daher dieser Wahrscheinlichkeitsbegriff zu Widersprüchen.

Man kann auch die Frequenz eines Ereignisses feststellen. Werfe ich zum Beispiel eine Münze immer und immer wieder, wird sich die Zahl der bisherigen „Kopf“-Würfe immer mehr der Hälfte der bisherigen Gesamtzahl der Würfe annähern. Das Problem dabei ist nur, dass einzelnen Ereignissen damit keine Wahrscheinlichkeiten zugewiesen werden können.

Und wenn mein Motorrad die Neigung hat umzufallen, wenn ich den Ständer nicht heraus klappe, dann hat das einfach mit seiner Form und dem Gewicht zu tun. Es fehlen halt die Stützräder. Eine so verstandene Wahrscheinlichkeit kann auch einzelnen Vorgängen zugewiesen werden.

In der modernen Physik hingegen versteht man unter Wahrscheinlichkeit kein Maß für etwas in der externen Realität, sondern als Grad der Überzeugung eines Subjektes (also etwa von mir) darüber, wie ein statistischer Vorgang ausgehen wird. Meine Überzeugung lässt sich jedoch nicht in Zahlen fassen. Also auf so etwas würde ich nie wetten wollen, viel zu vage.

Alles nicht so einfach mit der Wahrscheinlichkeit.

Published inAllgemein