Wenn es anders ist als es sein sollte

Ein Beispiel: Mein Körper ist perfekt konstruiert, mit Knochen, Gelenken, Sehen, Muskeln und was er sonst noch braucht, um sich perfekt bewegen zu können.

Doch warum tue ich es dann nicht? Wieso ist mein Körper so organisiert, dass ich den Nacken nur schwer bewegen und überhaupt ziemlich steif bin? Du kennst mich ja! Wie habe ich es hinbekommen, mich, also meinen Körper, vollkommen bescheuert zu organisieren?

Die Physiotherapeutin machte ein paar Griffe an meiner Wirbelsäule entlang und – zack – saß ich gerade und konnte den Kopf bewegen. Zwei Tage später war es wieder wie vorher. Die Gewohnheit hatte wieder zugeschlagen.

Was ich also brauche ist Qi Gong und Feldenkrais, um wieder zu lernen (!!) mich „richtig“ zu bewegen. Mental ist es ein bisschen anders, da nennen wir die Steifheit „Ego“. Also brauchen wir nur zu lernen, uns gedanklich ohne diese Einschränkung zu bewegen.

Das Problem ist nur, dass ich das an meinem Körper wesentlich klarer und auch schneller merke als bei meinem Denken. Also ist doch die Frage, ob ich bereit bin, Qi Gong und Feldenkrais zu praktizieren. Doch was praktiziere ich auf der mentalen, geistigen Ebene? Da gibt es eine interessante Parallele:

Die Antwort findet sich interessanterweise in einem Buch über japanische Kochkunst, dem Buch „Kaiseki: Die Weisheit der japanischen Küche“ von Malte Härting. Er schreibt darin, dass Kaiseki und die japanische Teezeremonie scheinbar einen gemeinsamen Ursprung hätten: Den Zen – Buddhismus.

Im Zen oder besser Ch’an wird eine Lebensweisheit vermittelt, die sich sowohl in der Tee- wie auch in der Kochkunst lebendig ist. Er beschreibt, wie sich in der Beschäftigung mit Zen und dem Teeweg seine Wahrnehmung für die kleinen Dinge, die Zwischenräume und Unterschiede, schärfte. Die Form, so Härting, ist also die Basis für einen unweigerlich hervortretenden eigenen Ausdruck.

Mittlerweile interessiere ich mich eher für die fundamentalen Fragen, die die Quantenphysik aufwirft. Die gehen ein Stück weit über Ch’an hinaus.

Es geht also um die Form. Beim Körper wie beim Denken. Dann löst sich das Problem auf. Erst für einen, dann für viele.