Wie kann ich mit Gewohnheiten aufhören?

Erstaunlicherweise überhaupt nicht schwierig! Ich brauche nur bewusst zu handeln. Das dann aber auch bei und in allem und jederzeit. Oder anders ausgedrückt, ich muss ‚wissen, was ich da tue‘. 

Es sind meine gedanklichen Vorstellungen von ‚bewusst‘ oder ‚nicht bewusst‘ die mir da erst einmal im Weg stehen. Wann also weiß ich, was ich tue? Sicher nicht, wenn ich darüber nachdenke. Und auch nicht, wenn ich es einfach nur mehr oder weniger über mich ergehen lasse.

Etwa so, wie ich früher gearbeitet habe. Eigentlich hätte ich ja sehr, sehr oft liebend gerne etwas ganz anders gemacht, als das, was ich tatsächlich gemacht habe. Warum hat es so lange gedauert, bis ich zu einem Mandanten endlich gesagt habe, dass ich den Schwachsinn, den er da von mir erwartet, nicht mehr mitmache?

Es war die Angst, nicht mehr das Einkommen zu haben, das ich zu brauchen dachte. Dabei hätte sich meine finanzielle Lage ja vielleicht sogar verbessert, hätte ich zu mir selbst gestanden! Wer weiß das schon?  Was natürlich wieder eine ganz andere Frage aufwirft, denn wer bin ich überhaupt?

Manche Menschen sind ja immer wieder damit beschäftigt zu erkennen, wer oder was sie sind. Auch ich habe lange Zeit versucht, mich selbst zu erkennen. Bis ich endlich begriffen hatte, dass ich ganz einfach der bin, der ich bin. Was mir zu Anfang überhaupt nicht so recht in den Kram passte, denn ich war absolut nicht damit einverstanden, wie ich eben war.

Und genau da steckte das Problem drin. Ich wollte nicht sein, wie ich war. Was natürlich die Frage aufwirft, warum ich nicht war, wie ich sein wollte? Womit könnte ich begründen, nicht zu sein, wie ich bin? Mit nichts. Das Einzige, was mir dann bleibt ist, das Falsche zu rechtfertigen oder eben anzuerkennen, dass ich bin wie ich bin.

Und mich dementsprechend auch zu verhalten, also so zu sein, wie ich denke und fühle, statt mich zu korrumpieren. Denn das mache ich schon selbst, niemand sonst kann mich dazu bringen, nicht der zu sein, der ich bin. Meinen Charakter verbiegen, dass kann ich nur selbst.

Doch wenn ich mich nicht mehr verbiege und mich so verhalte, wie ich mich verhalten will, dann beendet das auch Gewohnheiten, sofern ich mir bewusst bin, was ich tue. Also genau genommen nicht-bewusst bewusst. Sozusagen in einem Flow sein.

Also wie es geht, das weiß ich jetzt. Das muss ich nur noch hinbekommen. Wie, darüber muss ich noch eine Weile nachdenken, denn es gelingt mir nur manchmal.

Oder liegt der Fehler ganz einfach darin, dass ich darüber nachdenke, statt es einfach zu tun?