Wohin des Weges?

Das setzt voraus, ich weiß, wo ich hin will. Das ging mir durch den Kopf, als ich diese Gedanken las:

„Nicht erst durch die Corona-Krise wird deutlich, dass die Gesellschaften ökologisch, ökonomisch, sozial, ethisch und politisch an einem Wendepunkt angekommen sind. Das bisherige System, aufgebaut auf Konkurrenz, Profitgier und Rücksichtlosigkeit, funktioniert nicht mehr. Die Freiheit ist gefährdet, die Politik beliebig, die Demokratie wird ausgehöhlt, es droht der ökologische Kollaps.

Jeder Einzelne ist deshalb gefordert, Verantwortung zu übernehmen, um diese Entwicklungen nicht nur zu stoppen, sondern neue Wege zu beschreiten, die aus der zivilisatorischen Sackgasse führen.“

Es ist auch meine Sicht der Dinge, dass wir dringend neue Wege beschreiten müssen, die uns aus der zivilisatorischen Sackgasse führen. Doch genau damit haben viele ein Problem, was aber eigentlich gar nicht sein müsste. Wie hat schon Einstein gesagt: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Damit meine er sicher keine anderen Ansichten, sondern eine andere Denkweise.

Wenn der eine sich politisch eher rechts positioniert, der andere jedoch eher links, dann haben sie nur unterschiedliche Ansichten, aber die gleiche Denkweise: Sie denken, zumindest politisch, in einer Struktur, mit der sie sich eindeutig positionieren und auch gegenüber dem anderen abgrenzen. Was also meinte Einstein, als er den Menschen empfahl, anders zu denken? Das hat er meines Erachtens mit diesem Gedanken ausgedrückt:

„Ein Mensch ist Teil eines Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Zeit und Raum begrenzter Teil. Er erfährt sich selbst, seine Gedanken, seine Gefühle als etwas vom Rest Getrenntes, eine Art optischer Täuschung des Bewusstseins. 

Diese Täuschung ist eine Art Gefängnis für uns, sie beschränkt uns auf unsere persönlichen Wünsche und auf unsere Zuneigung gegenüber einigen wenigen, die uns am nächsten stehen. 

Unsere Aufgabe muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir unseren Kreis der Leidenschaften ausdehnen, bis er alle lebenden Wesen und das Ganze der Natur in all ihrer Schönheit umfasst.“

Genau das ist der Weg. In dem Augenblick, in dem wir so denken würden, würden wir augenblicklich anders handeln. Anders zu handeln setzt eben voraus, anders zu denken. Doch ohne wirklich anders zu denken werden wir nur immer wieder das tun, was wir schon immer getan haben.

Vielleicht umschreiben wir es anders, doch es bleibt letztlich gleich. Doch wer kann uns sagen, wie wir anders denken sollten? Eine, wie ich finde, leicht zu beantwortende Frage. Denken muss immer verifizierbar sein. Es braucht einen Praxistest, mit dem ich feststellen kann, ob es funktioniert oder eben nicht.

Da bietet sich das Denken der Quantenphysiker wirklich an. Quantenphysik hat uns nicht nur so prima Sachen beschert wie CD-Spieler, Handys, Satelliten fallen nicht vom Himmel und Astronauten können auf den Mond fliegen. Alles mit Hilfe der Erkenntnisse der Quantenphysik. Aber die hat noch mehr für uns parat.

Sie hat nämlich eine Menge fundamentaler Fragen aufgeworfen, die vieles von dem, was wir üblicherweise so denken, ordentlich in Frage stellt. Diesen fundamentalen Fragen einmal auf den Grund zu gehen, das wäre schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.