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Zukunftsgedanken

Es ist wirklich an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie die Welt in Zukunft aussehen wird, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Die Welt, die sich gerade als für die Zukunft möglich abzeichnet, wird wohl eine Mischung aus Huxleys „Brave new World“ und Orwells „1984“ sein, wie in der Doku auf Arte „George Orwell & Aldous Huxley: 1984 oder Schöne neue Welt?“ sehr gut dargestellt ist. Aktuell sieht es ganz danach aus, als bekämen wir einen Mix aus beiden Visionen. Wirklich sehenswert!

Das Zuckerbrot ist dabei die Spaß- und Konsumgesellschaft, an der die „Guten“ teilhaben, aber nur, wenn sie auch brav deren Normen erfüllen. Fällt die „Bewertung“ gut aus, bringt das viele kleine Privilegien mit sich. Die persönliche Freiheit wird gegen winzige narzisstische oder materialistische Vorteile eingetauscht. Die Peitsche ist das meist unbewusste Kommitment „wenn ihr das nicht tut, werdet ihr an den Rand der Gesellschaft gedrängt“. Wer wollte sich dem schon entziehen?

Funktionieren kann dieses Zuckerbrot-und-Peitsche-Spiel jedoch nur deshalb, weil in der Betrachtung der meisten Menschen darüber ein gewaltiger Denkfehler eingebaut ist. Viele glauben nämlich dass „Die-da-Oben“ das Ganze inszenieren würden um „Die-da-Unten“ auszubeuten. Schwimmt man oben, dann heißt es stattdessen, dass „Die-da-Unten“ daran selbst schuld sind, sie hätten sich nur mehr anstrengen müssen. Das stimmt und stimmt auch nicht, wie bereits Étienne de La Boétie in seinem Essay „Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen“ treffend beschrieben hat.

Das Machtspiel, das die Menschheit seit langer, langer Zeit spielt, funktioniert deshalb, weil jeder sich von dem über ihm ein Stückchen Macht erhofft und dafür bereit ist, seine eigene Macht ein Stück weit an ihn abzugeben. Man darf dabei nicht vergessen, dass es niemanden gibt, der nicht von anderen abhängig wäre. Selbst ein Diktator ist von der Unterstützung seiner Anhänger abhängig!

Dieser irrige Denkansatz ist die Energiequelle, die dieses destruktive Spiel am Laufen hält. Erwin Schrödinger, seines Zeichens Quantenphysiker und des Mystizismus, wie ich finde, ziemlich unverdächtig, hat es in diesem Satz festgehalten: „Die totale Anzahl von bewussten Geistern im Universum ist Eins. Tatsächlich ist das Bewusstsein eine Singularität, die auf alle Wesen aufgeteilt ist.

Gehe ich nämlich nicht von dieser Einheit aus und differenziere statt dessen die Menschheit in Gute und weniger Gute oder gar in Böse, egal ob ich mich dann „oben“ oder „unten“ wähne, dann werde ich dieses Spiel nie verlassen können, sondern ewig weiterspielen, auch wenn das kein wirkliches „Spiel“ ist.

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